Die Geschichte des Deutschen Jugendrotkreuzes

Der Beginn
Im März 1922 empfahl der Generalrat der Liga der Rotkreuz Gesellschaften, alle Schüler für eine Jugendrotkreuz-Bewegung zu gewinnen und Schülerbriefwechsel sowie den Austausch von Arbeiten, die in Jugendrotkreuzgruppen verschiedener Länder gemacht wurden, auszutauschen. Das Geburtsdatum des Deutschen Jugendrotkreuzes war aktenkundig am 27.5.1925.

20er Jahre
Über 8 Millionen Schulkinder waren in 36 Ländern der Erde als Mitglieder erfasst. In Deutschland wurden durch die Forderung nach mehr Selbstbestimmung, Natürlichkeit und Freiheit, Gemeinschaft und Heimat immer mehr Kinder und Jugendliche angesprochen, die sich dann dem Jugendrotkreuz anschlossen.
Im Januar 1926 erschien die erste Jugendrotkreuz-Zeitschrift.

30er Jahre
Die nationalsozialistische Bewegung, die in dieser Zeit immer stärker und größer wurde, warb immer mehr Kinder und Jugendliche vom Jugendrotkreuz ab und Übernahm die Herrschaft an den Schulen. Im Sommer 1935 wurde die Zeitschrift des Jugendrotkreuzes verboten.
Auch dadurch, dass die Hitlerjugend die Leitworte des Jugendrotkreuzes Übernahm, verlor das JRK an Bedeutung und war ausschließlich auf den Schulbriefwechsel reduziert.

40er Jahre
Erst im Jahr 1947 wurde mit Hilfe der Amerikaner in Bayern ein neues Jugendrotkreuz ins Leben gerufen. 1948 konnten auch die anderen US-Zonen, darunter auch Baden-Württemberg in die Gründung miteinbezogen werden. Der bundesweite Wiederbeginn erfolgte 1950.
Nach dem Zweiten Weltkrieg baute sich das Jugendrotkreuz ein zweites Standbein außerhalb der Schule auf. Jugendrotkreuz-Bereitschaften bilden Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren für die Rotkreuz-Arbeit aus. Diese außerschulischen Gruppen blieben jedoch bis in die 70er Jahre recht unbedeutend.

50er Jahre
In der Bundesrepublik erscheint die bundesweite Zeitschrift "Jugendrotkreuz und Erzieher"

60er/70er Jahre
In der Zeit der Friedens- und Studentenbewegung setzten sich die Jugendrotkreuzler kritisch mit ihrem Verband auseinander und neue Ziele wurden definiert:
Soziales Engagement
Einsatz für die Gesundheit
Bemühen um Frieden und Völkerverständigung
politische Mitverantwortung

80er Jahre
Durch verschiedene Schul- und Bildungsreformen wird die Arbeit des Jugendrotkreuzes in den Schulen immer schwieriger. Schularbeit tritt mehr und mehr in den Hintergrund und das Jugendrotkreuz wird zu einem klassischen, außerschulischen Jugendverband.

90er Jahre
Das Jugendrotkreuz engagiert sich mit Schulsanitätsdienstgruppen wieder verstärkt in Schulen und ernennt Kinderbotschafter/-innen die sich verstärkt für die Bedürfnisse von Kindern einsetzen und bei wichtigen Entscheidungen mitbestimmen.
1994/1995 steht die Arbeit des JRK unter dem Motto "Farbe bekennen - Menschlichkeit zeigen." Ziel ist es, auf die Probleme benachteiligter Kinder aufmerksam zu machen und sich für eine menschliche, solidarische und gewaltfreie Welt einzusetzen. 1999 startet die Kampagne "Youth must act" mit der sich das JRK für Kindersoldaten weltweit einsetzt.

ab 2000
Mit der Kampagne "Bleib`cool ohne Gewalt" setzt sich das JRK mit der zunehmenden Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen auseinander. Ziel ist es, Jugendrotkreuzlern und einer breiten Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass man Streit ohne Gewalt produktiv lösen kann. Der Aufbau eines Streitschlichterprogramms beginnt.